Werbung Osnabrück


Die weißen Wände von Stiehl/Over.
– Eine Ausgebildete berichtet.

Vor etwa drei Jahren habe ich diese Agentur zum ersten Mal betreten. An der weißen Wand direkt gegenüber des Eingangs waren große, schwarze Buchstaben angebracht: „Die bessere Idee schlägt alles.“ Ein Satz, der mir in diesem Moment nicht gerade meine Nervosität nahm. Immerhin stand ich gerade kurz vor einem Bewerbungsgespräch. Noch dazu befand ich mich genau dort, wo ich unbedingt hin wollte.

Marleen Ehrenbrink (22)

Da ich viel zu früh war, wartete ich noch einige Zeit im Konferenzraum. Wie auch der Rest der Agentur war hier alles in Weiß gehalten. Puristisch, minimalistisch und reduziert aufs Wesentliche. Und dann betrat Reinhard Stiehl den Raum. Ich hatte vorher schon drei, vier Bewerbungsgespräche erlebt – aber das hier war anders. Mehr Gespräch als Bewerbung. Und irgendwann sagte er einfach „Weißt Du was? Du fängst am 1. August bei uns an.“

Und so fing ich am 1. August an – bei „uns“. Dieses Dazugehörigkeitsgefühl enstand tatsächlich ziemlich schnell. Es folgten drei großartige Jahre, in denen ich unglaublich viel lernen durfte – und natürlich auch musste. Ich erinnere mich noch an eine E-Mail von Reinhard Stiehl, die ich vor Antritt meiner Ausbildung bekam: „… Ich habe Sie anderen Bewerbern, die die gängigen Programme möglicherweise schon besser beherrschen als Sie und auch schon mehr Erfahrung im Grafik-Design haben, vorgezogen, weil mich Ihre Einstellung überzeugt hat. …“ Ich stand also noch ganz am Anfang, durfte aber trotzdem direkt an echten Projekten mitarbeiten – bis mir dann irgendwann sogar eigene Kunden anvertraut wurden, für die ich alleine zuständig war.

Der englische Trailer für den Roman „The Collini Case“. Eines meiner Lieblingsprojekte, die ich während der Ausbildung bei Stiehl/Over gestalten durfte.

Auch in der Schule gab es nicht nur theoretisch einiges zu tun. Praktisch wurden wir auch hier mit echten Jobs beauftragt. Das letzte Projekt war ein Auftrag des Studienseminars Osnabrück. Es trug den Namen „BBS futur – Systematische Integration des Themas Nachhaltigkeit in Unterricht und in Schulorganisation an Berufsbildenden Schulen“ und war genauso komplex, wie es klingt. Im Großen und Ganzen ging es aber darum, diverse Unterrichtsübersichten und Schülerarbeitsblätter für eine Unterrichtsreihe zur Ausbildung von Nachhaltigkeitsagenten zu gestalten. Jeder Mediengestalter aller Abschlussklassen entwarf also ein Konzept für diese Publikationsreihe und reichte einige Musterseiten ein. Als sich das Studienseminar dann für mein Design entschied, durfte ich auch die Umsetzung der 144-seitigen Lehrmittelbroschüre übernehmen.

Ein kleiner Einblick in die Gestaltung der Lehrmittelbroschüre. Einfach rechts klicken.

Am 4. Juli 2012 wurde dieses Projekt dann auf einer Fachtagung im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück vorgestellt, wo es für sein Engagement von der Deutschen UNESCO-Kommission als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde – weil es das Anliegen dieser weltweiten Bildungsoffensive der Vereinten Nationen vorbildlich umsetzt.

Oberstudiendirektor Matthias Möllering (Leiter des Studienseminars), das Lehrer-Autorenteam und ich.

Dass ich dieses letzte Schulprojekt für mich gewinnen konnte, war natürlich eine schöne Art mich aus meiner Ausbildung zu verabschieden. Nun habe ich mein Abschlusszeugnis in der Hand, das die Note „sehr gut“ trägt und darf weiterhin jeden Morgen an der weißen Wand mit den großen, schwarzen Buchstaben vorbeigehen. Angst macht sie mir mittlerweile nicht mehr – genauso wenig wie ein weißes Blatt Papier. Ideen finden, festhalten, entwickeln, verwerfen, neu einfangen, verbessern und umsetzen. Ihnen eine Form, eine Farbe, ein Gesicht geben. Es ist genau das, womit ich mich am liebsten beschäftige und auch genau das, womit ich nun weiterhin Tag für Tag beschäftigt werde. Von Stiehl/Over.